Aufenthalt in der Natur

Natürlich Schreiben verlässt das gewohnte Schreibsetting und verlagert es mit der Natur in eine Umgebung, die wir Menschen nicht mit uns identifizieren, eine Wildnis, die nicht menschengemacht ist. Mit ihr verbinden wir das Schöne, Unberührte, aber auch das Unkontrollierbare und Gefährliche, zwei Seiten, die auch in unserer menschlichen Natur zu finden sind.

Ein Aufenthalt in der Natur ist erholsam und gesundheitsfördernd. Dies mag an der frischen Luft liegen oder daran, dass in der Natur der biologische, vom Menschen unverfälschte Rhythmus dominiert. Unsere Sinne plätschern wortlos und gelöst vor sich hin, wir spüren uns als Ganzes und bemerken, wie die Sorgen des Alltags vom Wind weggeweht werden. Der Kopf hört auf zu rattern und unsere Schultern entspannen sich.

Mein Aikido-Lehrer Gerhard Walter (Shihan, 8. Dan) verglich den Zustand innerer Ruhe einmal damit, nach einem Glühwein den Gipfel eines Berges zu erreichen. Die Endlosigkeit zu unseren Füßen überwältigt uns. Wir werden sprachlos im Anblick der Horizonte, werden ruhig und spüren uns als Ganzes im Mittelpunkt dieses Raums. Wer einmal am Meer war kennt dieses Gefühl. In dieser Stimmung zu schreiben ist purer Genuss.